Karate
Kenneth Büddig vom KD SV Alfeld Deutscher Meister
Kenneth Büddig Deutscher Meister 2011 im Karate für Menschen mit Behinderung
Gold für den 17-jährigen auf der Deutschen Karate-Meisterschaft für Menschen mit Behinderung
Die Freude beim Karate Dojo der SV Alfeld war groß: Kenneth Büddig gewann bei den 4. Deutschen Karate Meisterschaften für Menschen mit Behinderung am 26.03.2011 in Villingen/Schwenningen den ersten Platz. Damit zeigte Kenneth Büddig gleich mit seiner ersten Teilnahme an einer Meisterschaft eine hervorragende Leistung im bundesweiten Vergleich. Dem voraus ging eine lange und anstrengende Vorbereitungszeit mit viel privatem Einsatz, der sich nun gelohnt hat.
Kenneth hat von Geburt an eine Lähmung der Nerven des rechten Armes. Dadurch kann er seinen rechten Arm nur sehr eingeschränkt bewegen. Trotzdem meistert er seinen Alltag wie jeder andere 17-jährige auch und auf den ersten Blick fällt seine Behinderung gar nicht auf. Mit viel Freude und Engagement betreibt Kenneth seit 3 Jahren intensiv Karate und hat mittlerweile den 4. Kyu (2. Blaugurt). Er wohnt in der Nähe von Bodenwerder und kommt mit seinem Vater und seinen beiden Geschwistern Kimberly und Kim dreimal die Woche nach Alfeld, um im Karate Dojo SV Alfeld bei Heiko Eßlinger zu trainieren. |
„In der Nähe gibt es leider keine anderen Vereine, in denen ich so gut trainieren kann“ sagt Kenneth. „Vor allem die intensive Vorbereitung auf Wettkämpfe bietet nicht jeder Verein an“. Mit Heiko Eßlinger (4. Dan) und Robert Hohlfeld (2. Dan) hat er jedoch zwei gute und erfahrene Trainer gefunden, die durch ihre eigene jahrelange Wettkampferfahrung und viel privatem Einsatz durch Zusatzeinheiten an Wochenenden zu diesem Erfolg beigetragen haben.
Die Deutschen Karate Meisterschaften für Menschen mit Behinderung fanden in Villingen/Schwenningen (Schwarzwald) gleichzeitig mit den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse (Erwachsene 18 – 30 Jahre) statt. An dieser zum vierten Mal ausgerichteten Meisterschaft nehmen Menschen teil, die durch eine geistige oder körperliche Behinderung beeinträchtigt sind, was sie aber auf keinen Fall abhält, Karate zu betreiben. Karate kann man sogar im Rollstuhl betreiben. Insgesamt nahmen mehr als 30 Teilnehmer aus ganz Deutschland an der Deutschen Meisterschaft für Menschen mit Behinderung teil. Auch für diese Wettkämpfer gelten die gleichen Wettkampfregeln, wie für nicht-behinderte Menschen. Allerdings wird hier nur der Wettkampf im Kata (Formen oder Schattenkampf) angeboten. |
Da es im Karate beim Kata-Wettkampf nebender richtigen Reihenfolge der Techniken auch um Präzision und Perfektion der Bewegungen geht, ist diese Form für Menschen mit Behinderung viel schwieriger. In seiner Disziplin „Kata: Cerebralparese stehende Klasse“ trat Kenneth Büddig gegen jüngere und ältere Karateka an. Bei diesen Meisterschaften werden die Disziplinen allein auf Basis der Art der Behinderung eingeteilt. Alter und Graduierung sind dabei nachrangig. Deshalb waren auch Schwarzgurt-Träger in seiner Klasse mit dabei. Auch der Ablauf unterschied sich grundlegend von einem klassischen Wettkampf. Zunächst führten alle Teilnehmer einer Disziplin ihre Kata vor, im Anschluss wurde von den Kampfrichtern sofort über die Platzierung abgestimmt. Durch seine fehlerfrei und stark vorgeführte Kata Jion konnte Kenneth die Kampfrichter überzeugen. Er wurde von allen fünf Kampfrichtern einstimmig zum Sieger in seiner Altersklasse gekürt. Mit seinem 1. Platz gehörte Kenneth Büddig zu den einzigen beiden Teilnehmern aus Niedersachsen, die an diesem Wochenende überhaupt eine Platzierung unter den ersten dreien erreichten. Sowohl bei den Deutschen Karate Meisterschaften der Leistungsklasse als auch der Meisterschaft für Menschen mit Behinderung wurde neben Kenneths Platzierung nur noch ein 2. Platz von einer Athletin aus Niedersachsen errungen.
17. April 2011 |
Kenneth Büddig Deutscher Meister 2011 im Karate für Menschen mit Behinderung
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